Ein digitales Drahtgittergesicht wird auf einem großen Bildschirm neben einem Smartphone angezeigt, beide in einer graustufigen Umgebung mit abstrakten geometrischen Elementen.

Texas CUBI Act: Was Unternehmen mit Überwachungskameras jetzt tun müssen

Łukasz Bonczol
Veröffentlicht: 17.8.2026
Aktualisiert: 25.8.2026

TL;DR: Der Texas CUBI Act (Capture or Use of Biometric Identifier Act) regelt die kommerzielle Erfassung biometrischer Identifikatoren - einschließlich eines „record of face geometry" - und die zivilrechtliche Strafe kann bis zu 25.000 USD pro Verstoß betragen. Reine Videoaufzeichnung ist eine Sache; ein Kamerasystem, das eine biometrische Gesichtsvorlage erstellt, ist eine andere. Wenn Aufnahmen veröffentlicht werden sollen, verwischt Gallio PRO automatisch Gesichter und Nummernschilder, bevor das Material veröffentlicht wird - lokal, ohne gespeicherte Erkennungsprotokolle. Laden Sie die kostenlose Demo herunter und testen Sie den Prozess an eigenem Material.

Wenn Sie Kameras in Texas betreiben - oder damit Einwohner von Texas erfassen - lautet die praktische Frage nicht „zeichnen wir Video auf", sondern „extrahiert unser System ein biometrisches Muster aus einem Gesicht". Diese Unterscheidung entscheidet, welches Rechtsregime greift. Dieser Leitfaden zeigt, wer betroffen ist, was der CUBI Act verlangt, welche Strafen drohen und wie Face Blurring in einen praktischen Compliance-Workflow passt.

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Person benutzt ein Smartphone an einem Drehkreuz-Eingangstor und scannt eine Karte oder einen digitalen Pass.

Was genau ist der Texas CUBI Act?

Der CUBI Act findet sich im Texas Business and Commerce Code, Chapter 503. Das Gesetz untersagt einer Privatperson oder einem kommerziellen Unternehmen, den biometrischen Identifikator einer Person zu kommerziellen Zwecken zu erfassen, ohne diese Person vorher zu informieren und ihre Zustimmung einzuholen [1]. Die gesetzliche Definition von „biometric identifier" umfasst unter anderem einen Netzhaut- oder Irisscan, einen Fingerabdruck, ein Stimmprofil sowie eine Aufzeichnung der Hand- oder Gesichtsgeometrie [1].

Für Unternehmen, die Kameras einsetzen, ist genau dieser letzte Punkt - „record of face geometry" - entscheidend. Wenn ein Kamerasystem nicht nur Bilder aufzeichnet, sondern ein biometrisches Muster extrahiert, das zur Erkennung oder zum Abgleich von Personen verwendet wird, kann das Unternehmen in den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen. Nicht jede CCTV-Kamera tut dies automatisch. Aber viele moderne Sicherheitssysteme, Retail-Analytics-Plattformen und Smart-Access-Control-Systeme tun es bereits.

Für wen gilt das Gesetz?

Das Gesetz betrifft die kommerzielle Erfassung eines biometrischen Identifikators. In der Praxis betrifft das vor allem Einzelhändler, Immobilienbetreiber, Sicherheitsfirmen, Hotels, kommerziell betriebene medizinische Einrichtungen, Veranstalter, bildbasiertes Marketing sowie Anbieter von Zutrittskontrolllösungen. Wenn eine Kamera oder zugehörige Software ein Gesicht analysiert, um eine Person zu erkennen, wiederkehrende Besucher zu verfolgen, den Zutritt zu kontrollieren oder anderweitig eine biometrische Identifikation vorzunehmen, muss die Konformität mit Chapter 503 geprüft werden [1].

Entscheidend ist der kommerzielle Zweck, nicht der Name der Technologie. Ein System, das als „visitor analytics", „loss prevention", „smart camera" oder „AI surveillance" beworben wird, kann in der Praxis Gesichtsgeometrie verarbeiten. Genau diese funktionale Realität - nicht die Marketing-Beschreibung des Anbieters - müssen Compliance- und Technikteams bewerten.

Eine Person, die eine Porzellanmaske vor ihrem Gesicht hält, teilweise verschwommen, mit einem monochromen Hintergrund.

Welche Pflichten legt der CUBI Act Unternehmen mit Kameras auf?

1. Vorherige Zustimmung vor der Erfassung der Gesichtsgeometrie

Die zentrale Pflicht ergibt sich aus Section 503.001(b): Ein kommerzielles Unternehmen darf einen biometrischen Identifikator nicht zu kommerziellen Zwecken erfassen, ohne die betroffene Person vorher zu informieren und ihre Zustimmung einzuholen [1]. Operativ reicht ein allgemeines Schild „Gelände überwacht" möglicherweise nicht aus, wenn das System eine biometrische Gesichtsvorlage erstellt. Unternehmen erwägen häufig einen deutlichen Hinweis am Eingang, eine entsprechende Klausel im Zugangsprozess sowie eine nachweisbar dokumentierte Zustimmung.

Für Material, das später veröffentlicht werden soll, ist es die sicherste Praxis, gewöhnliche Überwachung vollständig von Gesichtserkennungsfunktionen zu trennen. Wenn die Veröffentlichung keine Identifizierung von Personen erfordert, führt die einfachere Lösung meist dazu: keine Gesichtsvorlage erstellen und vor der Veröffentlichung Face Blurring anwenden.

2. Verbot von Verkauf, Vermietung und Weitergabe biometrischer Daten

Section 503.001(c) beschränkt den Verkauf, die Vermietung und die Weitergabe biometrischer Identifikatoren. Eine Weitergabe ist nur in engen Fällen zulässig - etwa mit Zustimmung der Person, zur Abwicklung einer von der Person verlangten oder autorisierten Finanztransaktion, aufgrund bundes- oder einzelstaatlichen Rechts oder aufgrund einer gültigen Vorladung oder eines gerichtlichen Beschlusses [1]. Das bedeutet: Unternehmen, die Drittanbieter-Integrationen, Analyseplattformen und Cloud-Anbieter nutzen, sollten genau prüfen, ob sie nur Rohvideo übertragen oder auch aus Gesichtern extrahierte biometrische Daten.

3. Pflicht zur Vernichtung biometrischer Daten

Section 503.001(d) verlangt die Vernichtung des biometrischen Identifikators innerhalb einer angemessenen Frist, spätestens jedoch ein Jahr nach Wegfall des Erfassungszwecks [1]. Das ist eine der operativ konkretesten Anforderungen für Unternehmen mit Kameras. „Wir behalten die Aufnahmen sicherheitshalber" ist keine gute Antwort, wenn das System Gesichtsvorlagen speichert - nötig ist eine Aufbewahrungsrichtlinie, die einen konkreten Zweck mit einer konkreten Löschfrist verknüpft.

Wenn Material für Marketing, PR oder soziale Medien bestimmt ist, ist es am sichersten, die Arbeitskopie frühzeitig von der Veröffentlichungskopie zu trennen. Die Veröffentlichungskopie sollte überall dort visual data anonymization durchlaufen, wo die Identifizierbarkeit von Personen nicht erforderlich ist.

4. Angemessener Schutz biometrischer Daten

Section 503.001(e) verlangt, dass das Unternehmen bei Speicherung, Übertragung und Schutz biometrischer Identifikatoren angemessene Sorgfalt walten lässt - mindestens auf dem Schutzniveau, das für andere vertrauliche Daten gilt [1]. Das Gesetz nennt keine abschließende Liste technischer Maßnahmen, in der Compliance-Praxis bedeutet das jedoch: Zugriff begrenzen, Exporte kontrollieren, den Workflow dokumentieren und den Datenumfang minimieren.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen den CUBI Act?

Die Durchsetzung obliegt dem Texas Attorney General. Für jeden Verstoß kann eine zivilrechtliche Strafe von bis zu 25.000 USD verlangt werden [1]. Das ist kein Risikoniveau, das man bei der Einführung von Kameras mit Gesichtserkennung ignorieren sollte - insbesondere, weil Unternehmen manchmal gar nicht wissen, dass ihr System biometrische Gesichtsvorlagen erstellt, weil die Funktion standardmäßig aktiviert war oder von einem Integrator eingeschaltet wurde.

Eine Person drückt einen Knopf auf einem an der Wand montierten Bildschirm oder Bedienfeld.

Was Unternehmen jetzt tun sollten (Schritt für Schritt)

  1. Prüfen Sie, ob Ihr System tatsächlich Gesichtsgeometrie erfasst. Verlassen Sie sich nicht auf die Marketingbeschreibung des Anbieters - holen Sie eine technische Antwort ein: Erstellt die Kamera oder das VMS eine biometrische Gesichtsvorlage, oder zeichnet es nur Bilder auf?
  2. Prüfen Sie, ob ein Mechanismus zur vorherigen Zustimmung existiert. Falls das System eine Gesichtsvorlage erstellt, verifizieren Sie, dass Hinweis und Zustimmung erfasst werden, bevor dies geschieht - nicht danach.
  3. Legen Sie eine Aufbewahrungs- und Löschrichtlinie fest. Verknüpfen Sie den Zweck jeder biometrischen Vorlage mit einer konkreten Löschfrist - spätestens nach einem Jahr.
  4. Prüfen Sie Material, das veröffentlicht werden soll. Begrenzen Sie die Exposition von Personen, die in der veröffentlichten Version nicht identifizierbar sein müssen.

Genau hier wird visual data anonymization zu einem praktischen Werkzeug statt zu einer bloßen Behauptung. Wenn der Zweck der Veröffentlichung darin besteht, ein Ereignis, einen Prozess, einen Standort oder eine Kampagne zu zeigen - nicht bestimmte Personen zu identifizieren - sollte Face Blurring der Standard-Redaktionsschritt sein. Dasselbe gilt für Parkplätze und interne Zufahrtswege, wo sich zusätzlich license plate blurring oft lohnt.

Für Teams, die die Verarbeitung lokal halten möchten, kann Gallio PRO als On-Premise-Software zur Anonymisierung von Video- und Fotomaterial vor der Veröffentlichung eingesetzt werden. Wichtig ist dabei ein präzises Verständnis des Funktionsumfangs: Gallio PRO verwischt automatisch ausschließlich Gesichter und Nummernschilder. Firmenlogos, Tätowierungen, Namensschilder, Dokumente oder Bildschirminhalte werden nicht automatisch erkannt - diese lassen sich manuell im integrierten Editor unkenntlich machen. Es handelt sich außerdem nicht um Echtzeit-Anonymisierung oder Video-Stream-Anonymisierung; es ist ein Workflow zur Vorbereitung von Material vor der Veröffentlichung, nicht zur Anonymisierung eines Live-Feeds.

Ein praktischer Workflow für Marketing-, PR- und Security-Teams

  1. Klären Sie, ob das Kamerasystem biometrische Funktionen nutzt, die in den Anwendungsbereich des CUBI Act fallen.
  2. Falls die Veröffentlichung keine Identifizierung erfordert, erstellen Sie eine Arbeitskopie, die ausschließlich für die Redaktion bestimmt ist.
  3. Führen Sie Face Blurring und, falls nötig, License Plate Blurring in Gallio PRO durch.
  4. Prüfen Sie das Material manuell auf Elemente, die das System nicht automatisch erkennt - Logos, Namensschilder, Dokumente oder Bildschirminhalte.
  5. Veröffentlichen Sie ausschließlich die minimierte Version.

Diesen Prozess können Sie intern einführen und an eigenem Material kostenlos testen, bevor Sie sich für eine breitere Einführung entscheiden. Aus Compliance-Sicht ist entscheidend, die automatische Erkennung realistisch einzuschätzen: Das Tool erkennt nicht „alle personenbezogenen Daten". Es deckt Gesichter und Nummernschilder ab. Alles andere erfordert menschliche Prüfung.

Eine Person in Anzug benutzt eine Gegensprechanlage an einem Eingang, die sich in der Glastür spiegelt.

Schnellübersicht: Pflichten unter dem CUBI Act

Bereich

Was das Gesetz sagt

Praktische Konsequenz für Unternehmen mit Kameras

Zustimmung

Eine Person muss vor der kommerziellen Erfassung eines biometrischen Identifikators informiert werden und zustimmen [1]

Prüfen, ob das System eine Gesichtsvorlage erstellt und ob die Zustimmung vorher eingeholt wird

Weitergabe

Verkauf, Vermietung oder Weitergabe ist außerhalb enger gesetzlicher Ausnahmen untersagt [1]

Integrationen, Cloud-Plattformen, Anbieter und Exporte auf biometrische Daten prüfen, nicht nur auf Rohvideo

Aufbewahrung

Daten müssen innerhalb einer angemessenen Frist vernichtet werden, spätestens ein Jahr nach Wegfall des Zwecks [1]

Zweck, Löschfrist und Nachweis der Löschung festlegen

Sicherheit

Angemessene Sorgfalt erforderlich, mindestens gleichwertig zum Schutz anderer vertraulicher Daten [1]

Zugriff, Kopieren, Export und Anzahl berechtigter Personen begrenzen

Veröffentlichung von Material

Das Gesetz schreibt Blurring nicht explizit vor, aber Risikominimierung ist eine sinnvolle Praxis

Vor der Veröffentlichung visual data anonymization anwenden, wo Identifizierbarkeit nicht erforderlich ist

Wann eine Implementierungsberatung sinnvoll ist

Eine individuelle Analyse ist meist sinnvoll, wenn ein Unternehmen Überwachung, Zutrittskontrolle, Verhaltensanalyse und Materialveröffentlichung aus einer Quelle kombiniert - ebenso bei standortübergreifenden Einführungen und Umgebungen, die lokale Verarbeitung und On-Premise-Software erfordern. In diesen Fällen lohnt es sich, das Team zu kontaktieren, um einen Anonymisierungs-Workflow für Fotos und Videos sowie die Aufteilung zwischen Automatisierung und manueller Prüfung festzulegen.

Ein operatives Merkmal ist aus Datenminimierungssicht erwähnenswert: Gallio PRO erfasst keine Protokolle mit Erkennungsdaten zu Gesichtern und Nummernschildern und keine Protokolle mit personenbezogenen oder sensiblen Daten. Für manche Organisationen ist das ein relevanter Faktor bei der Bewertung der Verarbeitungsumgebung.

Ein neonglühendes Fragezeichen leuchtet in einer dunklen Stadtszene, umgeben von schwach beleuchteten Gebäuden und einem geparkten Auto auf der Straße.

FAQ: Texas CUBI Act

Fällt jede CCTV-Kamera unter den Texas CUBI Act?

Nein. Die entscheidende Frage ist, ob das System kommerziell einen biometrischen Identifikator erfasst, etwa eine Aufzeichnung der Gesichtsgeometrie. Reine Bildaufzeichnung bringt Sie nicht automatisch in den Anwendungsbereich des Gesetzes [1].

Reicht ein allgemeines Überwachungsschild als Zustimmung aus?

Das hängt vom konkreten Prozess und der Art der Zustimmungserfassung ab. Das Gesetz verlangt vorherige Information und Zustimmung vor der kommerziellen Erfassung eines biometrischen Identifikators [1]. In der Praxis wählen Unternehmen häufig einen expliziteren Mechanismus als eine allgemeine CCTV-Kennzeichnung.

Wie lange dürfen biometrische Gesichtsdaten gespeichert werden?

Das Gesetz verlangt die Vernichtung innerhalb einer angemessenen Frist, spätestens ein Jahr nach dem Zweck, für den die Daten erfasst wurden [1]. Die Aufbewahrung sollte an einen konkreten Geschäftszweck gebunden sein, nicht auf unbestimmte Zeit „vorsorglich" erfolgen.

Befreit das Verwischen von Gesichtern vor der Veröffentlichung von den Pflichten des CUBI Act?

Nicht automatisch. Wenn zuvor bereits eine kommerzielle biometrische Erfassung ohne die erforderliche Information und Zustimmung stattgefunden hat, beseitigt späteres Blurring dieses Risiko nicht. Anonymisierung bleibt dennoch ein sehr wichtiger Schritt zur Risikominderung bei jeder weiteren Weitergabe des Materials.

Anonymisiert Gallio PRO Material live?

Nein. Gallio PRO führt keine Echtzeit-Anonymisierung oder Video-Stream-Anonymisierung durch. Es dient der Vorbereitung von Fotos und Videos vor der Veröffentlichung.

Erkennt Gallio PRO automatisch alles, was eine Person identifizieren könnte?

Nein. Die automatische Erkennung deckt Gesichter und Nummernschilder ab. Logos, Tätowierungen, Namensschilder, Dokumente und Bildschirminhalte werden nicht automatisch erfasst - diese lassen sich manuell im Editor unkenntlich machen.

Sollten Unternehmen, die Aufnahmen von Parkplätzen veröffentlichen, License Plate Blurring in Betracht ziehen?

Ja - das ist eine sinnvolle Praxis zur Risikominimierung bei öffentlich geteiltem Material, besonders wenn der Zweck der Veröffentlichung nicht die Identifizierung eines bestimmten Fahrzeugs ist, sondern die Darstellung eines Ereignisses oder Ortes.

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Verfasst vom Gallio-PRO-Team - Spezialistinnen und Spezialisten für Datenschutz und Video-Engineering, die Anonymisierungssoftware für Einzelhandel, Sicherheit und Marketing entwickeln. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

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Referenzliste

  1. Texas Business and Commerce Code, Chapter 503 - Biometric Identifiers, insbesondere Sec. 503.001.
  2. Office of the Texas Attorney General, Durchsetzungsinformationen zum Texas Capture or Use of Biometric Identifier Act.